Straßenkunst in Rostock

Straßenkünstler sind oftmals gern gesehene Gäste in belebten Straßen von Städten, die die Fußgänger mit ihren Darbietungen unterhalten und im Gegensatz eine kleine Entlohnung auf freiwilliger Basis verlangen. Besonders an regnerischen Tagen wirken sie wie bunte Klekse, die das Leben in der Stadt stimulieren. Auch in Rostock sind sie kaum vom Alltag wegzudenken. Mit ihren künstlerischen Darstellungen verwandeln sie verschiedene Standpunkte der Altstadt zu kleinen Bühnen und unterhalten die Anwohner sowie Gäste der Hansestadt.

Ein Blick in das Leben der Straßenkünstler

Obwohl Straßenkunst bezüglich Regelungen in deutschen Städten unterschiedlich gehandhabt wird, sind die Künstler in fast jedem Ort, wo es sich rentiert, anzutreffen. Während manche „auf Hut“ auf Fußgängerzonen auftreten, können andere ihr Geld auf Festivals verdienen. Doch wer Straßenkunst hauptberuflich betreibt, führt oftmals ein anstrengendes Leben und das nicht nur aus finanzieller Hinsicht. Routine ist völlig fehl am Platz, was gleichzeitig gute und schlechte Erfahrungen mit sich bringt. Ein erfolgreicher Tag ist nicht nur von der persönlichen Leistung abhängig, sondern wird stark von äußeren Umständen beeinflusst. Ein regnerischer Nachmittag oder der Diebstahl des eingesammelten Geldes kann den Tagesverlauf komplett ins Gegenteil umkehren. Da man aber mit unterschiedlichen Menschen Kontakte knüpft und das Leben mit neuen Erfahrungen bereichert, ist das Straßenkünstler-Dasein ohne Zweifel ein spannendes Erlebnis. Auf künstlerischer Ebene sieht man hautnah die Reaktion des Publikums auf die eigene Darbietung und kann von Angesicht zu Angesicht die positive Wirkung der Kunst auf die Umwelt erleben. Auch Rostock ist sich diesem Effekt bewusst und bietet Straßenkünstlern Raum für ihre Darbietungen sowohl auf den Straßen der Hansestadt als auch im jährlichen Straßenkunst-Fest.

Musik, Kunst und Mee(h)r

Die Liebe Rostocks für Straßenkunst macht sich besonders im Event „Musik, Kunst und Mee(h)r“ bemerkbar, das dieses Jahr bereits zum vierten Mal im idyllischen Stadtteil Warnemünde organisiert wurde. Das Festival lädt jedes Jahr Musiker, Schauspieler, Maler, Grafiker und Literaten ein und bietet seinen Gästen mehrere Tage lang zahlreiche Veranstaltungen an. Von darstellenden Künsten bis Kinoaufführungen ist eine große Bandbreite an kulturellen Aktivitäten an der Tagesordnung, die das Herz von jedem Kunstliebhaber hoher schlagen lässt. Wer Straßenkunst und Rostocks Kulturlandschaft in ihren verschiedenen Ausprägungen erleben will, sollte auf jeden Fall dem Fest ein Besuch abstatten.

Regelung der Straßenkunst in Rostock

In einigen Ecken der Welt ist Straßenkunst nicht mehr so oft zu sehen wie in der Vergangenheit. Mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass die Darbietungen auf vielen öffentlichen Plätzen nicht mehr erlaubt sind oder deren Nutzung kostenpflichtig geworden ist - nicht so in Rostock. In der Stadt begegnet man Kunst und Kultur nicht nur durch täglich organisierte Events, sondern auch auf den Straßen während man Alltägliches erledigt. Besonders beliebt ist dabei die Strecke vom Marktplatz bis zum Kröpeliner Tor, in der man auf ein buntes Treiben der Schauspieler, Tänzer oder Musiker antreffen kann. Eine Allgemeinverfügung ermöglicht dabei erlaubnisfrei die Ausübung von Straßenkunst im öffentlichen Straßenraum der Hansestadt, was nicht in jedem Ort eine Selbstverständlichkeit ist. In München sind zum Beispiel eine Genehmigung und die Zahlung von Verwaltungsgebühren notwendig. Konstanz dagegen verlangt zusätzlich Sondernutzungsgebühren pro Spieltag.

Auch in Rostock muss man auf einige Einschränkungen achten. So ist es in der Nähe von Kundgebungen, Märkten oder ähnlichen Veranstaltungen nicht erlaubt im Umkreis von mindestens zwanzig Metern Performances anzubieten. Weitere Auflagen betreffen Straßenmusiker, die dazu dienen sollen, den Lärmpegel in der Stadt innerhalb bestimmter Rahmen zu halten. Demnach sollen Musikgruppen nicht aus mehr als vier Mitgliedern bestehen. Zu laute Auftritte, besonders mit elektroakustischen Verstärkern, sind nicht erlaubt. Weiterhin bestehen Beschränkungen hinsichtlich der Uhrzeiten. So dürfen Musiker nur von 10 bis 20 Uhr ihre Kunst darbieten. An bestimmten Straßen und Plätzen gibt es eine zusätzliche Einschränkung zwischen 12 und 15 Uhr. Ansonsten ist man als Künstler frei dem Publikum nach Belieben die eigenen Talente darzustellen. Für nähere Informationen kann man selbstverständlich das Stadtamt sowie die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde kontaktieren.

In manchen Städten sind Straßenkünstler stark reglementiert, nicht aber in Rostock. Hier wird Straßenkunst richtig zelebriert - nicht nur auf der Straße, sondern auch bei einem eigenen Festival!