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Kann Rostock den Schwung mitnehmen?

Über die „Kogge“ schreibt sich immer leicht viel – denn der Verein sorgt ja stets dafür, dass er in den Nachrichten steht. Zugegeben, nicht immer und pausenlos aus sportlichen Gründen, aber diese Geschichten sind eher der Vergangenheit geschuldet. Aktuell kann man ja wieder mit ein wenig Frohlocke auf die Tabelle in Liga 3 blicken. Alleine schon aufgrund des ersten Sieges in 2020 gegen den FC aus Halle, einstmals als Titelkandidat gehandelt. Was also geht selber noch für die Mannen von der Ostsee in dieser Saison? Oder geht es nur darum, sich für die kommende Spielzeit schon in Position zu bringen?

Nie zu konstant

Was bei Rostock ein bekanntes Problem ist – und das weiß man bereits seit Jahren – ist die fehlende Konstanz. Nicht ohne Grund ist man als Fahrstuhlmannschaft angesehen, auch wenn man nun schon seit vielen Jahren in der dritten Liga klebt. Allerdings kann man aufgrund der Vergangenheit feststellen, dass man offensichtlich nur allzu selten langfristig gedacht hat, sondern immer wieder versucht, den schnellen Erfolg zu ermöglichen. Das manifestiert sich darin, dass Starspieler schnell verpflichtet werden, bei ausbleibendem Erfolg aber auch genau so schnell wieder verkauft werden. Für die junge Mannschaft ist es daher nie leicht, sich auf ein Spielkonzept einzustellen, welches auch über einen längeren Zeitraum für Furore sorgen kann. Das sehen die Buchmacher übrigens ganz ähnlich. Von den Online Wetten bei William Hill gehen die Quoten eher nicht dahin, dass es diesen Sommer für einen Platz unter den ersten 3 der Liga reichen kann. Allerdings ist Hansa durchaus zuzutrauen, unter den TOP5 zu landen. Und wer weiß, das Verfolgerfeld ist dieses Jahr ausgeglichen wie selten zuvor. Mit einer guten Serie gleich jetzt zu Beginn der Rückrunde kann durchaus was drin sein.

Finanziell nie auf Rosen gebettet

Ein weiteres Problem vom FC Hansa: die Finanzen. Scheinbar hat man jahrelang immer ein wenig über den eigenen Verhältnissen gelebt, dabei aber auch unter der Misswirtschaft der Liga 3 gelitten Immerhin: in der jüngeren Vergangenheit konnte man sich bessern. Denn es ist allgemeinhin bekannt, dass diese Liga mehr fordert als sie gibt, wodurch viele Vereine besonders im Osten stets in finanziell unsichere Gewässer kommen. Das ist in Chemnitz, Jena und vor allem in Erfurt so, die ja kurz vor der Insolvenz stehen. Auf lange Sicht helfen in dieser Liga also nur ein Investor oder der gewagte Sprung mit viel Anlauf raus aus diesem Grab gen Liga 2 – allerdings wollen das viele andere auch. Wer es nicht schafft, so wie aktuell Braunschweig und Kaiserslautern, die müssen nach und nach Bereiche des Vereins schließen, um überhaupt noch handlungsfähig zu sein. So weit ist es an der Ostsee zwar zum Glück noch nicht, allerdings sind sich alle Macher der prekären Lage bewusst.

Alles in allem also darf man sehr gespannt sein, wie die Rückrunde verlaufen wird. Wenn man am Ende oben steht, wird das sicherlich alle freuen. Aber man erinnert sich auch an die letzten Jahre, als es meist gegen den Abstieg ging. Daher ist eine Saison im gesicherten Mittelfeld mit Blick nach oben vielleicht auch nicht so schlecht, um sich in eine bessere Position zu bringen.