Interview: Wanda

Wolfgang Seehofer.

Das Erfolgsquintett Wanda aus Wien ist zugleich rotzfrech und poetisch und trifft damit den Nerv der Zeit. Die Gruppe, die für den Musik Express die „vielleicht letzte wichtige Rock’n’Roll-Band unserer Generation“ darstellt, hat jetzt das mit reichlich Schmäh ausgestattete vierte Album aufgenommen. "Ciao!" wartet auf mit schnörkellosen Songs voller Wunden und Narben. Olaf Neumann traf Sänger Marco Michael Wanda und Gitarrist Manuel Christoph Poppe in Berlin-Kreuzberg zum Plausch bei Kaffee und Zigaretten. Ein nikotingeschwängertes Kneipengespräch über Mythen, Magie und den wahren Rock'n'Roll.

 

SZENE: Online-Musikdienste haben die Idee des Albums zerstört. Warum haltet ihr mit "Ciao!" trotzdem am Langformat fest?

 

Marco Michael Wanda: Wir haben zum Glück ein Publikum, das immer noch viel Vinyl hört. Die Menschen wollen eine Platte in der Hand halten. Deshalb geben wir uns bei einem Album sehr viel Mühe. Eines unserer Lieder erzählt ja nicht die ganze Geschichte.

 

SZENE: Wie habt ihr euch mental auf die Studioarbeit vorbereitet?

 

Wanda: Es ist wie im Fußball: Man braucht eine solide Taktik. Dazu kommt der Faktor X, das Intuitive, das Kreative, das Gemeinsame.

 

SZENE: Inwieweit habt ihr die Kontrolle über die Musik, die ihr mit Wanda macht?

 

Wanda: Wenn wir ins Studio gehen, sind wir relativ gut vorbereitet. Akkordfolgen, Geschichten und Melodien gibt es dann schon. Und dann passiert es einfach irgendwie.

 

SZENE: Was genau ist diesmal passiert?

 

Wanda: Wir beschäftigen uns nicht so ausgiebig mit dem Aufnahmeprozess. Das muss bei uns schnell gehen, weil das Leben auch schnell ist. Was nicht beim ersten Mal gut ist, wird beim zehnten Mal nicht besser. Meistens verwenden wir die ersten Momente. Ein Lied ist auch nie fertig. Es sind immer nur Momentaufnahmen. Die wirkliche Magie passiert beim Konzert.

 

SZENE: Ihr habt lediglich eine Woche gebraucht, um das komplette Album aufzunehmen. Wie erklärt ihr euch diesen kreativen Rausch?

 

Wanda: Es lag etwas in der Luft. Wir leben in einer interessanten und spannenden Zeit. Menschen wollen die Wahrheit herausfinden. Sie wollen wissen, welches Versprechen sich einlöst. In welches Zeitalter brechen wir auf? Ist diese Welt gut oder schlecht? Es gibt viel Beurteilungsfreude. Das ist für mich als Liederschreiber sehr dankbar.

 

SZENE: Gehst du beim Liederschreiben investigativ vor?

 

Wanda: Nein. Ich frage mich eher, wo diese Lust nach Wahrheit herkommt. Wahrheitssuche ist eigentlich etwas Metaphysisches, Spirituelles oder Wissenschaftliches. Aber mittlerweile ist sie etwas Alltägliches: Wir suchen auf YouTube nach jemandem, der uns die Welt erklärt. Ich finde es faszinierend, wie sich ein Teil der Gesellschaft als Scheinexperten betätigt.

 

SZENE: Nervt euch das Expertentum von heute auch ein bisschen?

 

Wanda: Natürlich macht es mich auch wütend. Aber als Songschreiber finde ich es eher faszinierend.

 

SZENE: Wann entwickelt sich Songwriting zum Frust und was macht ihr dann?

 

Wanda: Wenn ich wochen- oder monatelang kein neues Lied schreibe, möchte ich mich aufhängen. Aus dieser Arbeit beziehe ich mein ganzes Lebensglück.

 

SZENE: Die Platte ist entstanden, als der Skandal um das "Ibiza-Video" von Ex-Vizekanzler Strache Österreich erschütterte. Hat sich diese Stimmung auf die Musik niedergeschlagen?

 

Wanda: Das würde ich nicht sagen. Was mich nur ärgert, ist, wie viel Raum Politik in dieser Gesellschaft einnehmen darf. Alles ist politisierbar. Wanda ist aber eine Band, die gesellschaftliche Gruppen vereinen und nicht trennen will. So sind auch unsere Konzerte konzipiert. Es sind Einladungen, gemeinsam etwas Orgiastisches zu erleben. Orgie bedeutet zwangsläufig, dass ich mich verschiedenen Menschen annehme und sie ergründen will.

 

SZENE: Wurde im Studio viel über Sounds, Stil oder Texte diskutiert?

 

Manuel Christoph Poppe: Über Texte diskutieren wir nicht. Marco kommt schon mit den Zeilen an, die wirklich richtig sind. Aber wir tauschen uns natürlich musikalisch aus.

 

Wanda: Explizit Politisches findet sich nicht in unseren Texten. Wenn, dann eher ein subversives Wertesystem, das die menschliche Seele als Kosmos in den Mittelpunkt stellt. Aber auf verständnisvolle Weise. Der Mensch hat ein sehr hartes, karges Leben. Er fällt um und muss wieder aufstehen. Das sind die Themen, die uns interessieren.

 

SZENE: Sind das auch eigene Erfahrungen?

 

Wanda: Ich glaube nicht, dass ich ein sonderlich lebenswertes Leben geführt hätte ohne diese Gruppe. Ich habe in dieser Gruppe Freundschaft, Liebe, Verständnis, Geist und Leidenschaft gefunden. Wanda hat mein Leben gerettet.

 

Poppe: Ich bin mit zwei gesunden Händen auf die Welt gekommen, es gibt schlimmere Leben. Aber es war sehr langweilig vor dieser Band. Es hat mir genau das gefehlt: Mit meinen vier besten Freunden auf eine Reise zu gehen. Das Leben macht jetzt Spaß und so soll es auch bleiben.

 

SZENE: Wie habt ihr euch kennengelernt?

 

Wanda: Auf einer Party. Ich kann mich aber nicht wirklich an unsere Gespräche erinnern. Das spricht dafür, dass es eine gute Party war.

 

SZENE: Ist Alkohol eure Kreativdroge?

 

Wanda: In Maßen. Im Zweifelsfall lieber Alkohol, um sich damit zu inspirieren als sich damit zu eliminieren.

 

SZENE: Was tust du, um dich in Schreibstimmung zu bringen?

 

Wanda: Ich habe das Liederschreiben mein ganzes Leben lang als meine Arbeit empfunden. Sie war über weite Strecken nicht bezahlt und insofern auch nicht legitimiert, vor allem nicht gegenüber dem Elternhaus und gegenüber mir selbst. Anfang der 2010er Jahre habe ich dann einen jungen Maler kennengelernt, der von seiner Kunst leben konnte. Das war unvorstellbar für mich. Ich habe mit ihm ein bisschen was getrunken und er sagte mir: "Marco, wenn du ins Kino gehst, dann ist das deine Arbeit. Wenn es dir schlecht geht, dann ist das deine Arbeit. Wenn am Ende ein Lied dabei herauskommt, dann hast du deine Arbeit gemacht!" Das hat meinen Lebensentwurf befeuert, weil ich verstanden hatte, dass das alles Sinn macht. Vielleicht könnte ich ja eines Tages davon leben und den Menschen in letzter Konsequenz sogar etwas geben.

 

SZENE: Ihr seid dann sehr schnell berühmt geworden. Gibt es für euch Tabus auf dem Weg nach oben oder seid ihr offen für alles, was die Band im Gespräch hält?

 

Poppe: Keine kurzen Hosen auf der Bühne. Wir zeigen wenig Bein. Auch bei Interviews keine kurzen Hosen.

 

Wanda: Die Grenzen sind schon klar: Nichts bewerben, dass nichts mit dem, was wir tun, zu tun hat. Keine Werbedeals! Es gab da die wildesten Angebote, sicher auch sehr lukrative, aber das wollen wir nicht.

 

SZENE: Fällt es euch manchmal schwer, nein zu sagen?

 

Wanda: Überhaupt nicht.

 

Poppe: Unsere Managerin leitet diese Angebote nicht an uns weiter. Wir wollen gar nicht wissen, welche Firma ein Lied für eine Werbung kaufen möchte.

 

Wanda: Unsere Musik ist für ganz normale Menschen gemacht. Diese Menschen soll sie erreichen und sich auf dem Weg dorthin nicht prostituieren.

 

SZENE: Sync-Deals sind für Musiker und Bands nicht nur wichtige Einnahmequellen. Manchmal ist die Platzierung eines Songs in der Werbung sogar der Turbo für die Karriere. 

 

Wanda: Ich finde, es muss nicht immer mehr und mehr und mehr sein. Das ist nicht die Lebensphilosophie, nach der ich leben möchte. Wenn das, was wir tun, keine Bedeutung mehr hat, dann würde ich aufhören.

 

SZENE: Ihr habt dem Wiener Produzenten Paul Gallister lebenslange Treue geschworen. Was macht ihn für euch so besonders?

 

Wanda: Paul Gallister hat von Anfang an an diese Band geglaubt. Wir haben vor zehn Menschen gespielt, aber er hat immer etwas in uns als Menschen und in unserer Musik gesehen. Wir haben sehr viel gelernt von ihm. Er ist jemand, der uns fordert.

 

SZENE: Auf welche Weise tut er das?

 

Wanda: Wenn ich zum Beispiel ein neues Lied anbringe, sagt er manchmal zu mir: "Das haben wir schon gemacht.“ Paul Gallister hat sich der Innovation verschrieben. Ihm ist die Entwicklung unserer Musik sehr wichtig. Früher hätte man ihn einen Förderer genannt.

 

SZENE: Betretet ihr mit dem neues Album neues Terrain?

 

Poppe: Im Vergleich zum letzten Album finden sich auf "Ciao!" viele Instrumentalanteile. Die Hälfte des Albums wird den Zuhörer überraschen. Aber am Ende ist es ein typisches Wanda-Album.

 

Wanda: Es hat etwas Traumartiges. Dass sich die Musik irgendwo hin entwickelt, ist aber eher eine Annahme, als dass es verifizierbar wäre. Das muss das Publikum entscheiden. Wir spielen in Wahrheit immer auf Augenhöhe mit unseren Fähigkeiten. Wir sind keine Virtuosen.

 

SZENE: Nehmt ihr Gitarren- oder Gesangsunterricht?

 

Wanda: Überhaupt nicht. Alles, was wir können, haben wir uns gegenseitig beigebracht oder von Paul Gallister gelernt.

 

SZENE: Angeblich probt ihr seit Jahren nicht mehr gemeinsam. Warum reicht euch der Soundcheck unmittelbar vor einem Konzert?

 

Wanda: Wir haben vier Jahre lang keinen Proberaum gesehen. Jetzt ist es das erste Mal, dass wir hin und wieder proben. Wanda ist eine Band, die Proben hasst. Wenn da keine Menschen dabei sind, finden wir das uninteressant. Das Ganze ist nur lebendig und aufregend, wenn man es mit Leuten teilen kann. Da kommen Menschen mit völlig unterschiedlichen Glaubens- und Lebensformen zusammen. Aber über die Orgie eines Konzertes müssen sie sich die Frage stellen, wer das neben ihnen ist. Musik kann Grenzen und Barrieren überwinden.

 

SZENE: Ihr spielt inzwischen in den größten Hallen. Wie erreicht man auch die Menschen in der letzten Reihe?

 

Wanda: Man muss das Herz so weit öffnen, dass es bis nach hinten rufen kann. Man sieht die letzten Reihen nicht, aber auch sie sind unsere Gäste. Wenn ich selbst auf Konzerte gehe, stehe ich auch immer hinten. Da ist der Weg zur Bar meist kürzer. Wunderbar!

 

SZENE: Habt ihr die neuen Songs nur geschrieben, um sie live aufführen zu können?

 

Wanda: Teils, teils. Wenn Musik nicht den Körper attackiert, funktioniert sie nicht. Die Menschen reagieren sehr positiv auf das neue Material.

 

SZENE: Der Rock'n'Roll ist über 60 Jahre alt. Wie kommt es, dass ihr ihn als `Spätgeborene` so sehr verinnerlicht habt?

 

Wanda: Für mich ist Rock'n'Roll vor allem eine körperliche Erfahrung. Er zwingt mich dazu, mich zu bewegen und mich in gewisser Weise zu erkennen. Streng genommen ist der Rock'n'Roll ein bisschen älter als 60 Jahre, wenn man Mozart und Beethoven als frühe Rock'n'Roller sieht.

 

Poppe: Wir lieben einfach den Klang von E-Gitarren.

Wanda: Für mich ist das Saiteninstrument das ausdrucksstärkste. Das kann eine Gitarre, ein Klavier oder ein Buch sein. Und das Leben. Es hat auch zwei Seiten.

 

SZENE: Angeblich geht es mit der E-Gitarre allmählich bergab. Sinkende Umsätze und ein mangelndes Interesse der Jugend an der Magie der sechs Saiten seien daran schuld.

 

Wanda: Es ist und bleibt ein Volksinstrument, das man sehr leicht spielen kann, ohne sonderlich virtuos zu sein. Wir führen die Gitarre wie ein trojanisches Pferd in den Mainstream zurück.

 

Poppe: Wenn man die Gitarre spielt, überträgt sich ihre Vibration auf den Körper. Das hat man zum Beispiel bei einer Flöte nicht.

 

SZENE: Gibt es Parallelen zwischen der Gegenwart und den Anfangstagen des Rock'n'Roll?

 

Wanda: Ich bin sehr dankbar, dass ich als Musiker und als Mensch in dieser Zeit lebe. Wir blicken jetzt auf sehr viel zurück. Es gibt so viele Musiktraditionen, derer man sich bedienen kann. Aber wir gehören zu den letzten Rock'n'Roll-Bands.

 

SZENE: Spielt ihr eine dezidiert wienerische Version des Rock'n'Roll?

 

Wanda: Ich habe mich mal dagegen gewehrt, so etwas anzuerkennen, aber schon Mozart hat beim Spielen immer geschwitzt. Das hat sich sicher auch in uns manifestiert. Wien ist eine ausgesprochen rauschhafte und sinnliche Stadt mit dieser gewissen Attitüde. Das schlägt einen etwas radikaleren Lebensstil vor.

 

SZENE: Was verbindet euch mit dem jüdischen Wienerliedsänger Kurt Robitschek, dessen "letztes Wienerlied" ihr auf der Bonus-CD singt?

 

Wanda: Es gibt eine Zeile auf dem neuen Album, die lautet: "Ich habe so viel Geld, reise um die Welt". Mir hat ein Wirt im zweiten Wiener Bezirk erklärt, dass Hermann Leopoldi vor 80 Jahren dieselbe Zeile geschrieben hat. Leopoldi ist für mich eine Säule des Wienerlieds. Er war auch sehr progressiv in seiner Zeit. Ein zynischer Musiker, auf dessen Plakaten ein kaputtes Klavier zu sehen war. Er war der Jimi Hendrix der Intellektuellen.

 

SZENE: Lebt ihr den Rock'n'Roll auch privat?

 

Wanda: In Wien war immer alles öffentlich. Schubert und Mozart haben eigentlich lieber im Wirtshaus gespielt als für einen Fürsten am Hof. Unsere Dichter wie die Wiener Gruppe haben immer in Kaffeehäusern gearbeitet. Wien war schon immer eine Stadt voller schräger Vögel.

 

SZENE: Von daher auch der Bandname Wanda, den ihr euch von einer legendären Wiener Prostituierten entliehen habt.

 

Wanda: Das war ein ganz schräger Vogel. Taxifahrer und Lokalbetreiber kennen die Geschichte der wilden Wanda. Es ist eher eine Geschichte aus der Unterwelt, auch wenn Wanda über die Boulevardmedien zu zweifelhaftem Ruhm kam.

 

SZENE: Liegen eure Anfänge im Wiener Underground?

 

Wanda: Das ist die Welt, aus der wir kommen. Wir waren in einem Kreis aus Exzentrikern: Maler, junge Dichter, Arbeitslose. Ein Sammelbecken an Wahnsinnigen. Am Anfang habe ich versucht, über das Leben, das diese Menschen führen, zu schreiben. Die `Verlierer`.

 

SZENE: Interessiert ihr euch heute noch für diese `Verlierer`?

 

Wanda: Ja, auch wenn sich meine Position in der Gesellschaft ohne Zweifel verschoben hat. Ich lebe heute ein anderes Leben als vor zehn Jahren, aber diese Menschen sind mir immer noch sehr wichtig.

 

SZENE: Wie kam es zu der Zeile "Am schönsten wär ein schneller Tod"?

 

Wanda: Das Schreiben läuft bei mir so unbewusst ab, dass ich das gar nicht beantworten kann. Im Idealfall fallen mir die Melodie und der Text gleichzeitig ein. Man denkt nicht so viel und macht einfach.

 

SZENE: Was wäre für dich ein schöner Tod?

 

Wanda: Gar keiner. Und im Zweifel lieber mein eigener als der Tod eines geliebten Menschen.

 

SZENE: Man sagt, Musiker hätten eine selbstzerstörerische Ader in sich. Stimmt das?

 

Poppe: Ein kleines Bier nach Feierabend geht schon.

 

Wanda: Diese Band will eigentlich eher leben. Wir kommen alle aus gescheiterten oder langweiligen Lebensentwürfen. In erster Linie ging es uns darum, wie man gut lebt. Das haben wir zu fünft herausgefunden. Lange bevor wir überhaupt Musik gemacht haben. Das hilft uns heute natürlich.

 

SZENE: Was macht ein gutes Leben aus?

 

Wanda: In den richtigen Momenten nachzudenken und in den anderen Momenten nicht nachzudenken.

 

Poppe: Ein schneller Tod nach einem langen Leben.

 

SZENE: Wie kommt ihr nach einem rauschhaften Konzert wieder runter?

 

Wanda: Eigentlich sitzen wir nach einem Auftritt immer relativ ruhig zusammen und unterhalten uns. Und meistens geht es gleich wieder weiter zum nächsten Konzert. Da versucht man irgendwie zu schlafen, was völlig hoffnungslos ist.

 

Poppe: Wir analysieren nichts, sondern genießen den Moment.

 

SZENE: Ohne die Berichte von Groupies hätten Bands wie Led Zeppelin oder AC/DC niemals diesen Ruf als Bürgerschreck bekommen. Haben Groupies auch heute noch einen intimen Zugang zu Rockstars?

 

Poppe: Diese Schlangen vor der Backstagetür, wie man sie aus älteren Filmen kennt, gibt es heute nicht mehr. Die Party findet bei uns schon mit den Leuten in der Halle statt und nicht danach.

 

Wanda: Wir wollten das nie von unserer Musik. Um all diese Kategorien, die Eitelkeit bedienen, geht es uns nicht. Es geht uns darum, Menschen einen Traum zu ermöglichen. Nämlich, dass sie sich selbst und gegenseitig erfahren. Eine Groupie-Sache ist für mich eher etwas Niederes. Das verachte ich. Wenn man sich auf solch eine Lebensweise einlässt, wird man keine gute Musik mehr machen, weil sie einen verdirbt.

 

SZENE: Kann man ohne Eitelkeit Musik für die Massen machen?

 

Poppe: Ja, das kann man. Ich beziehe den Applaus nie auf mich oder meine Leistung. Ich habe das Gefühl, die Menschen applaudieren dem Leben.

 

SZENE: Vielen Dank für das Interview!

 

Wanda: Wir bedanken uns ebenfalls und sagen: Ciao!

 

www.ciao.wandamusik.com

 

 

Interview: Olaf Neumann