Interview. ST-Club

Für die Clubszene hat sich die Lage durch das Coronavirus drastisch zugespitzt und wurde zwangsläufig stillgelegt. Veranstaltungen über 1000 Personen wurden abgesagt und nicht nur die Konzertveranstalter, sondern auch die Clubbesitzer bangen aktuell um die Zukunft. Trotz Lockerungen besteht die Ungewissheit, wann die Clubs wieder öffnen dürfen. Wir zeigen euch einen Blick hinter die Kulissen im ST Club! 

 

SZENE: Seit einigen Monaten besteht nun der Kontaktverbot und stellt die Clubszene vor eine große Herausforderung. Wie haltet ihr euch aktuell über Wasser?

ST Club: Wir haben seit einigen Wochen den ST-Biergarten offen. Dort kann man von Mittwoch bis Samstag von 16 – 23 Uhr sitzen, entspannen und mit Freunden oder Familie ein kühles Bier genießen.

 

SZENE: Wie dramatisch ist die Lage bei euch wirklich und wie ist das Feedback eurer Gäste?

ST Club: Momentan geht es von der Dramatik her, könnte man sagen. Im März war das um einiges schlimmer, da die Ungewissheit dort noch frisch war. Seitdem haben wir uns natürlich angepasst und haben die Lage zurzeit ganz gut im Griff. Die Ungewissheit bleibt natürlich, aber fürs Erste kommen wir klar.  Das Feedback und die Unterstützung der Gäste sind umwerfend. Sowohl bei unserem Stay@HomeBag als auch beim Biergarten.

 

SZENE: Gab es genug Hilfen vom Staat?

ST Club: Um ehrlich zu sein lässt sich das schwer bewerten. Die ersten Hilfen in Form von Krediten kamen ja relativ schnell. Über die Zeit hinweg kamen dann immer mehr Hilfen für verschiedene Branchen und Situationen. Die Anzahl an Hilfen ist wohl gar nicht schlecht, nur die Frequenz in der sie erschienen sind, hätte vielleicht etwas höher sein können.

 

SZENE: Zur Zeit macht ihr hin und wieder auch Livestreams. Wird das die neue Zukunft, so lange die Clubs nicht öffnen dürfen? Wie seht ihr das?

ST Club: Wir glauben nicht, dass die Streams ein Ersatz für Clubveranstaltungen sind. Eher eine Überbrückung oder Kultur auf Rationen, wenn man das so beschreiben könnte.

 

SZENE: Neben Livestreams habt ihr auch eine neue Aktion: „Der ST Biergarten“ Mi-Sa 16-23 Uhr. Wie läuft diese zur Zeit?

ST Club: Sie läuft sehr gut! Unsere Gäste haben den Biergarten sehr gut aufgenommen und man merkt, dass es ihnen gefällt. Viele freuen sich, den Club wieder zu sehen, mit Freunden zusammen zu sitzen und wieder ein Stück Normalität zu genießen.

 

SZENE: Plant ihr auch weitere Aktionen und Projekte?
 

ST Club: Die Planung hört nie auf, wird aber erschwert durch die Ungewissheit, wann die nächsten Lockerungen kommen.

 

SZENE: Es gibt zwar stetig Lockerungen, aber dennoch ist es ungewiss, wann die Clubs wieder öffnen dürfen. Seid ihr zuversichtlich, dass es bald soweit sein könnte?

ST Club: Nun müssen wir uns als Club auch selbst eingestehen, dass Tanzveranstaltungen oder Konzerte auf engen Raum einfach nicht mit den Kontaktbeschränkungen funktionieren. Solange es diese also gibt, glauben wir, dass wir abwarten müssen.

 

SZENE: Wie wird es weitergehen, wenn ihr wieder die Türen öffnen dürft? Worauf werdet ihr achten müssen?

ST Club: Tatsächlich ist das eine Wundertüte. Wir werden darauf achten müssen, was wir entweder von der Landesregierung oder den zuständigen Ämtern als Auflagen bekommen.

 

SZENE: Wären begrenzte Gästezahlen und Onlineticketkauf eine Möglichkeit zur Vorsicht?

ST Club: Nicht wirklich. Sie sind eine Voraussetzung um zurzeit Veranstaltungen machen zu können, wenn man versuchen möchte die Kontaktbeschränkungen und Mindestabstände einzuhalten. Alleine gewährt keins von beidem Vorsicht oder Sicherheit. Dazu gehört dann immer noch ein Konzept.

 


SZENE: Was sind zur Zeit eure größten Sorgen?
 

ST Club: Natürlich sind wir um uns selbst besorgt, auch wenn zurzeit alles mehr oder weniger im Lot ist. Das wird wohl jeder Club so sehen. Alles andere wäre gelogen. Aber natürlich fürchten wir auch, dass die Clublandschaft und allgemein die Veranstaltungsbranche langbleibende Schäden von der Krise trägt.

 


SZENE: Gibt es Möglichkeiten, euch als Clubfans zu unterstützen?

ST Club: Wer uns unterstützen möchte, kann uns einfach im Biergarten besuchen oder an unseren zukünftigen Veranstaltungen teilnehmen. Das gilt auch allgemein, also nicht nur für uns. Wer in sein Lieblingsrestaurant oder Kneipe/Bar/Club geht unterstützt diese damit. Man könnte sagen, wir leben in einer Zeit, in der Biertrinken anderen helfen kann.

 

SZENE: Worauf freut ihr euch am meisten, wenn es wieder wie gewohnt mit den durchtanzten Nächten losgeht?

ST Club: Die kühle Nachtluft und das morgendliche Feierabendbier, darauf freut man sich schon. Normalität ist es wohl, worauf man sich am meisten freut.

 

SZENE: Danke für das Interview!

 

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